Austausch ist der Schlüssel

Blick der städtischen Kultureinrichtungen auf die Chancen der Bewerbung

Wie bereits in vergangenen Artikeln erwähnt, geht es bei der Bewerbung um den Titel „Kulturhauptstadt Europas“ nicht nur um einen Preis den eine Stadt für ihre traditionsreiche Vergangenheit, für die herausragenden Kultureinrichtungen oder ein historisches Stadtzentrum bekommt. Der Titel ist viel mehr als Chance zu sehen, um schöpferische Ideen umzusetzen: kulturell, sozial, ökonomisch und städtebaulich.

Quartalstreffen der Sprecherinnen und Sprecher der Stadt Magdeburg (c)Henriette Täger-Farny

Ein starkes Netz bereits bestehender Einrichtungen und Akteure ist dennoch ein wichtiger Ausgangspunkt für die Umsetzungsfähigkeit und Kapazität der Bewerbung. Ein Quartalstreffen der Sprecherinnen und Sprecher der städtischen Einrichtungen soll daher ab sofort die Kommunikation und Transparenz in Magdeburg stärken, denn Austausch und Netzwerkausbau sind der Schlüssel für neue Ideen. Im August war der KUBUS 2025 Veranstaltungsort für ein Sprechertreffen, um über den Stand der Bewerbung als Kulturhauptstadt Europas Magdeburg 2025 zu sprechen und die Frage zu stellen, warum die Bewerbung für Magdeburg und die jeweiligen Kultureinrichtungen wichtig ist:

Dörte Neßler, Verantwortliche für die Öffentlichkeitsarbeit der Städtischen Volkshochschule Magdeburg:

„In der Magdeburger Volkshochschule wird seit vielen Jahren die Vielfalt Europas und der Welt gelebt und auch umgesetzt. Multikulturelle Bildung vor Ort für alle wird bei uns großgeschrieben. Und die Volkshochschule zeigt schon jetzt, was Magdeburg auch als Kulturhauptstadt zeigen will: Weltoffenheit, Vielseitigkeit und Kreativität. Hier treffen sich Menschen aus mehr als 70 Nationen zum gemeinsamen von- und miteinander Lernen. Wenn die Deutschschülerin zur Dozentin für ihre Muttersprache wird und der Ehrenamtliche beim Formularausfüllen in der Lernwerkstatt hilft, wenn gemeinsam international gekocht, genäht und Vorträgen gelauscht wird, dann ist das gelebte Integration und zeigt nur ganz selbstverständlich: auch hier wird ein Stück Kultur gemacht, das Magdeburg in die Welt tragen sollte.“

Maik Hattenhorst, Pressesprecher der Stadtbibliothek Magdeburg

„Mit zahlreichen Partnern ist die Bibliothek international auf interkulturellem Gebiet tätig. Die Kulturhauptstadtbewerbung fällt mit dem 500-jährigen Bestehen der öffentlichen Bibliothek zusammen, die als Kind der Reformation einzigartige Buchschätze aus den Anfängen des Buchdrucks beherbergt. Es kann jetzt schon selbstbewusst auf das vielseitige Angebot für Information, Fortbildung, Unterhaltung und Freizeitgestaltung aller Bürgerinnen und Bürger geblickt werden. Mehr als 350.000 unterschiedliche Medien stehen zur Verfügung – der digitale Wandel, das Jubiläum und die Bewerbung sind interessante Chancen, um einen neuen Zugang zu ermöglichen.“

Kathrin Singer, Gesellschaftshaus und Zentrum für Telemann-Pflege und –Forschung

 „Denkt man an Kultur, kommt man in Magdeburg an der Musik nicht vorbei. Mit dem Gesellschaftshaus, in dem auch das international renommierte Telemann-Zentrum seinen Sitz hat, verfügt die Stadt über eine exzellente Kammermusikstätte. Musiker aus dem In- und Ausland sind regelmäßig überrascht von den schönen Räumen und nehmen Magdeburg als Empfehlung mit in ihre Heimat. Für die bevorstehende Kulturhauptstadtbewerbung kann das Gesellschaftshaus neben seiner Funktion als Aufführungsort für Konzerte und andere Projekte auch architektonisch punkten. Und auch das populäre Magdeburger Projekt „Telemania“ rückt bei jenen ins Blickfeld, für die der in Magdeburg geborene Komponist bislang nur wenig präsent war. Ich bin sicher, Telemann wäre einer der ersten gewesen, der eine Bewerbung seiner Heimatstadt zur Kulturhauptstadt Europas mit großer Freude und vor allem aktiven Mittun befördert hätte.“

Jana Bork, Leiterin für Werbung und Öffentlichkeitsarbeit bei der Messe- und Veranstaltungsgesellschaft Magdeburg (MVGM):

 „Als Veranstaltungsunternehmen mit jährlich über 500 Messe-, Sport-, Kultur- und TV-Veranstaltungen sowie Kongressen und Konferenzen sind wir begeistert, dass sich die Landeshauptstadt Magdeburg bewirbt. So kann noch viel stärker nach außen getragen werden, was für eine großartige Entwicklung unsere Stadt genommen hat, wie sie sich als City der Zukunft aufstellt, wie lebendig unsere Kulturszene ist und welche Vielfalt und Entfaltungsmöglichkeiten sich hier bieten. Wir sind gespannt und freuen uns darauf, an einem innovativen Konzept zur kulturellen Weiterentwicklung mitzuwirken. Der heutige Elbauenpark ist ja auch ein Paradebeispiel dafür, wie sich Kultur, Kunst, Geschichte und Gartenkunst nachhaltig miteinander vereinen lassen.“

Stephan Schuh, Direktor des Konservatorium Georg Philipp Telemann, Musikschule der Landeshauptstadt Magdeburg:

„Die Bewerbung ist Aufbruch, Vision, Mutation (hier: von der Telemann- zur Musikstadt); kommunal, überregional, bundesweit, europaweit – konsequent, prozessorientiert und nachhaltig.“

Kerstin Kinszorra, Pressesprecherin der Stadt Magdeburg:

„Nicht nur als Mitarbeiterin der Landeshauptstadt, sondern auch als Magdeburgerin bin ich immer wieder aufs Neue begeistert, welche kulturelle Vielfalt in unserer Stadt herrscht. Etliche dieser Angebote sind städtisch und das Anliegen der Pressestelle ist es, diese abzubilden und für die Institutionen zu werben. Ich weiß aus Gesprächen mit den Presseverantwortlichen für die Museen, Theater, Bibliothek und Veranstaltungshäuser, dass ihnen der Austausch untereinander etwas gefehlt hat. Die Idee des Quartalstreffens ist es daher, den Austausch und die Vernetzung miteinander zu stärken und von den Erfahrungen und Ideen der anderen zu profitieren. Am Ende haben wir alle ein Ziel: Die Magdeburgerinnen und Magdeburger sowie Gäste der Stadt einzuladen, unsere Kultureinrichtungen noch besser kennenzulernen und öfter zu besuchen. Für die Bewerbung und dem dazugehörigen Kulturkonzept kann dieser Austausch nur vom Vorteil sein.“ 

Bildunterschrift: (v.l.n.r.o) Quartalstreffen im KUBUS 2025 über die Bewerbung als Kulturhauptstadt Europas mit Christian Schulze, Vertreter der Agentur Prestige, Jana Bork, Michael Reif, stellv. Teamleiter im Büro des Oberbürgermeisters,  Isabel Tönniges Mitarbeiterin für Kooperations- und Sonderprojekte im Gesellschaftshaus, Andrea Scholz aus dem Konservatorium Georg Philipp Telemann und die Pressesprecherin der Stadt Magdeburg Kerstin Kinszorra, (v.l.n.r.u.) Heinrich Natho, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit und Museumspädagogik, Dörte Neßler, Andrea Jozwiak, Marketing und Kommunikation im Bewerbungsbüro Magdeburg 2025sowieKathrin Singer. Auf dem Foto fehlen die Sprecher und Sprecherinnen aus dem Theater Magdeburg, Puppentheater Magdeburg, Stadtbibliothek und Kunstmuseum.

Quartalstreffen der Sprecherinnen und Sprecher der Stadt Magdeburg (c)Henriette Täger-Farny

Quartalstreffen der Sprecherinnen und Sprecher der Stadt Magdeburg (c)Henriette Täger-Farny