Eine (noch) grünere Stadt?!

Rückblick auf das grüne Kulturgespräch #MD2025 im September

Hitzerekorde im Sommer 2018, Mallorca-Feeling in Deutschland und urbanes Leben an jeder Ecke – aber auch ein banger Blick auf die Klimaentwicklung: Beneidenswert sind jetzt die Städte, die viele Grünflächen und schattige Plätze bieten.

Beim letzten Kulturgespräch #MD2025 wurden über Klimaschutz und noch mehr Aspekte und Projektideen zum Thema Stadtgrün heiß diskutiert. 

Schützen, was da ist  

Es gibt Menschen, die haben einen grünen Daumen, andere hingegen nicht. Ein perfektes Know-How müsse jedoch nicht vorhanden sein, um bereits bestehende Grünflächen in Schuss zu halten, bestätigt Klaus Rehda. Der Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie Sachsen-Anhalt war Gastredner beim Kulturgespräch. „Es herrscht oft ein fahrlässiger Umgang mit dem, was schon da ist. Sorgfalt und Ideen für mehr Biodiversität im Land sind wichtig. Grünflächen haben nicht zuletzt eine kulturelle und soziale Bedeutung und sind nicht nur Deko“, so Rehda. Somit sind Gesundheit, Wohlbefinden, Klimaschutz sowie modern-effizientes Bauen wichtige Schlagworte. 

Anleitung Stadtgrün

Das "Weißbuch Innenstadt“ ist ein Leitfaden für Handlungsfelder vom Bund. Zehn Thesen, die wie eine Anleitung für dringende Maßnahmen dienen: Bauwerke begrünen, vielfältige Grünflächen fachgerecht planen, anlegen und unterhalten, Grünräume qualifizieren und multifunktional gestalten u.v.m. „Ziel soll es sein, Projekte von Akteuren in Städten und Gemeinden zu realisieren, damit qualitativ hochwertige und nachhaltige öffentliche Räume geschaffen werden.“ Was viele nicht wissen: „Es ist noch viel Geld für nachhaltige Ideen da.  Das Land stellt für die Bereiche Umwelt, Landwirtschaft und Energie im Rahmen verschiedener Förderprogramme öffentliche Gelder zur Verfügung - vor allem Unternehmen und Kommunen, aber auch Einzelpersonen, Vereine und Verbände werden somit gefördert“ betont Klaus Rehda, der diesen Prozess aktiv unterstützt. Es ist also nicht unmöglich, Innenstädte und Ortszentren lebendiger und nachhaltiger zu entwickeln -  einziger Knackpunkt, der von vielen Stimmen bei dem Gespräch bestätigt wird: Eine zentrale Anlaufstelle für grüne und nachhaltige Ideen oder Konzepte gibt es in Magdeburg nicht.

Grüner, öffentlicher Raum

Das Projekt „StadtGrün“ vom Magdeburger Verein Grünstreifen gehört zu den ersten Paradebeispielen. „Urbane Möbel, grüne Objekte und künstlerisch gestaltete Nutzungsflächen sollen den öffentlichen Raum nicht nur attraktiver machen, er soll zum Verweilen einladen“, betont Kulturmanager und Vereinsmitglied Alex Bieß. Innerhalb dieser Objekte sollen Konzepte zur horizontalen und vertikalen Begrünung urbaner Bauten getestet werden. Eine Kostprobe gibt es ab sofort am KUBUS 2025 in Form von nachhaltig begrünten Waben zu erleben.   

Auf den Punkt

Fazit des Abends: Magdeburger lieben den Weg ins Grüne. In den öffentlichen Parks trifft man sich oder macht Sport. Im Rahmen der Bewerbung als Kulturhauptstadt Europas kann die oftmals als leer und unattraktive empfundene Innenstadt eine tragende Rolle spielen, indem der öffentliche Raum nachhaltig umgestaltet wird. Und auch die Verbindung zwischen der Elbe und den Stadtteilen kann eine effektive und kluge Verbindung sein, um nicht nur Hochwasserschutz und die Schifffahrt zu fördern, sondern auch um eine zusätzliche DNA der Stadt zu kreieren. 

INFO:

Mehr Ideen, und die Freude an Diskussionen können beim nächsten Kulturgespräch #MD2025 am 9. Oktober im KUBUS 2025 ausgetauscht werden. Ab 18.30 Uhr im Fokus: SPORT - Leistung. Freizeit. Kultur. Dieses Mal mit den Rednern Fabian Sieber, Referent Sport und Gesellschaft LandesSportBund Sachsen-Anhalt e.V. und Jennifer Schröder über Menschlichkeit und Toleranz im Sport.

 

Alex Bieß über das Projekt "StadtGrün" am KUBUS 2025 (c)Andrea Jozwiak

Reallabor für Dachbegrünung in Waben am KUBUS 2025 (c)Andrea Jozwiak