Hier passiert einiges!

Ein studentischer Blick auf Magdeburgs Bewerbung zur Kulturhauptstadt

Magdeburg bewirbt sich als Kulturhauptstadt Europas. Hätte das jemand Studentin Kim Sichert vor ungefähr drei Jahren erzählt, hätte sie nur ungläubig geschaut.

Im September 2015 ist die heute 22-Jährige für das Studium aus Hannover in die Elbestadt Magdeburg gezogen. Bevor sie überhaupt angekommen war, musste sie sich für diese Entscheidung von Freunden und Bekannten einiges anhören. Die Vorurteile gegenüber Magdeburg halt. Heute schildert sie ihre Sicht zur Stadt und zur Kulturhauptstadt-Bewerbung:

Der erste Eindruck aus der Sicht einer Studentin

Ich gebe es zu, als ich nach Magdeburg gezogen bin, hatte ich einen kleinen Kulturschock. Hier ist es schon etwas anders als in Hannover. Natürlich ist Magdeburg schon ein gutes Stück kleiner, ja auch etwas begrenzter vom Angebot der Innenstadt her, aber irgendwie auch sehr viel authentischer. Ich habe mich also doch irgendwie sehr schnell wohlgefühlt. Aber wenn man mir damals gesagt hätte, Magdeburg will Kulturhauptstadt werden und sich gegen Städte wie Dresden oder auch Hannover durchsetzen, hätte ich wahrscheinlich immer noch müde gelächelt. Die anderen Städte sind doch viel größer und international bekannter.

Der zweite Blick

Wenn ich jetzt, gut zweieinhalb Jahre später durch die Stadt gehe, die ich inzwischen sehr liebgewonnen habe, und die Sticker sehe auf denen „Magdeburg 2025 - MACHEN!“ steht, lächle ich auch. Aber dieses Mal, weil ich glaube das Magdeburg das Zeug zur Kulturhauptstadt hat. Denn hier gibt es einiges zu machen. Und vor allen Dingen will die Stadt auch einiges aus sich machen. Kultur heißt ja nicht nur Theater, Oper und klassische Musik. Der Kulturbegriff ist sehr vielfältig und wird als Student auch immer wieder neu definiert. Zur Kultur in Magdeburg gehört für mich zum Beispiel der Moritzhof, der Stadtteil Buckau, der immer mehr zu einem alternativ angehauchten Zentrum wird, die Aerosol Arena, die größte Graffiti Hall of Fame Deutschlands und auch irgendwie die Fankultur, die in Magdeburg eine große Rolle spielt. Alles Dinge, die ich innerhalb der letzten Jahre erfahren habe, und die Magdeburg zu meiner persönlichen Kulturhauptstadt machen.

Einfach machen

Und „MACHEN!“, wie es so schön auf dem Community-Logo zur Bewerbung heißt, kann ja eigentlich jeder – ob nun Student, Rentnerin oder Familienvater. Ein kleines Konzert oder ein Nachbarschaftsfest organisieren, die Stadt mit Street Art verschönern oder den FCM zu Höchstleistungen anspornen, für jeden gibt es die Möglichkeit, Teil des Projektes zu sein.  

Blick auf die Heimat und Mitbewerberstadt Hannover

Ich hatte ja schon erwähnt, ich komme aus Hannover. Und ehrlich gesagt habe ich da noch nicht sonderlich viel von deren Bewerbung mitbekommen. Alles, was da gerade diesbezüglich passieren zu scheint, sind Kulturgespräche im älteren verstaubten Räumen des Rathauses. Ohne das Gefühl, das jeder mittendrin sein kann, ohne das Gefühl, das jeder MITMACHEN! kann.

Und was in Hannover scheinbar der hinterste Raum im langen Rathausgang ist, ist für uns in Magdeburg der KUBUS. Direkt hinter dem Kloster Unser Lieben Frauen steht der rechteckige Glaskasten. Also an einem Ort, wo doch eigentlich jeder irgendwie Mal vorbeikommt: die Touristen auf dem Weg zum Dom und zum Kloster, Menschen beim entspannten Spaziergang und wir Studierende auf dem Weg zu einem Bier an der Elbe. Und der Kubus ist eben das, was alte staubige Räume nicht sind: Offen, hell, modern und einladend für jeden, der sich am Prozess Kulturhauptstadt-Bewerbung beteiligen möchte. Und das macht ja wohl einen würdigen Titelkandidaten aus.

Das Resümee

Meine heutige Sicht auf die Stadt, in der ich aktuell für mein Studium lebe, hat sich komplett verändert. Das liegt daran, dass ich Magdeburg kennengelernt habe. Und ich glaube, dass es vielen Menschen in Europa genauso gehen könnte. Irgendwie überwiegt der Charme der Stadt sehr schnell und man merkt, dass hier noch sehr viel passieren kann.  Jeder sollte vielleicht wirklich einfach machen – sich keine vorschnellen Urteile bilden, sondern anpacken. Das habe ich bis jetzt von dieser Stadt lernen können und auch die Bewerbung zur Kulturhauptstadt Europas sehe ich so.

Infokasten:

Studentin Kim Sichert ist 22 Jahre alt und studiert Journalismus an der Hochschule Magdeburg Stendal. Für einen Radiobeitrag für dasUniradio "h2-Radio“ hat sie ein Interview mit Andrea Jozwiak vom Kulturhauptstadt-Büro Magdeburg 2025 geführt und ihre Sicht der Bewerbungsphase geschildert.

Der Radiobeitrag läuft am 18. Juli 2018 im Rahmen der Sendung „h2 radio bei Corax“ ab 16.00 Uhr bei Radio Corax. Mehr Informationen zum Uniradio der Hochschule Magdeburg-Stendal gibt es hier! 

 

 

Studentin Kim Sichert führt ein Interview mit Andrea Jozwiak am KUBUS 2025. Sie will mehr über die Bewerbungsphase zur Kulturhauptstadt Europas Magdeburg 2025 erfahren und mehr als nur einen Radiobeitrag für das Uniradio der Hochschule Magdeburg Stendal beitragen. (c)Henriette Täger-Farny