Weltanschauung. Religion. Werte. Kultur.

Rückblick auf das Kulturgespräch #MD2025 im November

Wie wollen wir miteinander leben und auf welcher Grundlage schaffen wir unsere Kultur? Grundlage, die eine zentrale Rolle für das zukünftige Leben in Magdeburg und für die Bewerbung als Kulturhauptstadt Europas 2025 spielt: Der Leitgedanke für die Magdeburger 2025-Bewerbung lautet "Verantwortung" - aber wofür?

Kulturgespräch #MD2025 am 13. November 2018 zum Thema Weltanschauung. Religion. Werte. Kultur. (c)Matthias Sasse

Man nehme beispielsweise die Grundwerte unserer Gesellschaft. Wie sehen diese aus? Und wie können Akteure ihre Unterschiedlichkeit, ihre Weltsichten oder ihren Glauben für ein gemeinsames Leben in der Stadt einbringen? Diskussionsfragen, die beim letzten Kulturgespräch #MD2025 im KUBUS 2025 im Fokus lagen. 

Das Miteinander

Eine Aufgabe des aktuellen Bewerbungsprozesses ist es, einen Entwurf für ein kluges und nachhaltiges Miteinander zu gestalten. Deshalb hieß es bereits in der Einladung des Bewerbungsbüros an die geladenen und interessierten Gäste: „Magdeburg im ‚atheistischen Ostdeutschland‘ gelegen, zeichnet sich trotz mancher Polemik durch eine reichhaltige, geistig schöpferische Kulturlandschaft aus. Es geht dabei genauso um religiöse Weltanschauungen wie um humanistische Werte oder ein Bekenntnis zu Toleranz, Solidarität oder einen friedlichen Umgang miteinander.“ Wie Elemente von unterschiedlichen Grundwerten in Projekte zur Bewerbung als Kulturhauptstadt einfließen können, sollte besprochen werden. Gäste verschiedener Glaubensrichtungen und des Bereichs Philosophie der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (OVGU) waren geladen und haben gemeinsam mit Magdeburgerinnen und Magdeburgern diskutiert.

„Wofür ist Kirche da?“

Diakon Wolfgang Gerlich vom Bistum Magdeburg griff den Gedanken des gemeinsamen Tuns sofort auf. „Wofür ist Kirche da?“, stellte er als zentrale Frage in den Raum. Nicht nur für das Feiern Gottes und Zeugnis ablegen, sondern auch für die Diakonie, das Helfen über Glaubensgrenzen hinweg.  Es geht immer auch darum, gut miteinander zu leben und sich zu begegnen, wie zum Beispiel beim Weihnachtssingen im Stadion, bei dem Kultur und Religion an einen neutralen Ort mit Lebensfreude zusammengebracht werden –  Atheisten und Gläubige gleichermaßen.

Respektvoller Umgang

Die gleiche Haltung verkörpert Dr. Moawia Al-Hamid, Imam und erster Vorsitzender der Islamischen Gemeinde in Magdeburg. Auch er betonte den friedlichen und respektvollen Umgang im Islam aller Menschen gegenüber. Fundamentalismus ist in allen Religionen schädlich und letztlich oft eine Frage der kulturellen Bildung. Für dieses Eintreten wurden Gemeindemitglieder bereits vom IS bedroht. Aber der große, offene, religionsübergreifende Dialog in Magdeburg mit Vereinen und Kirchen ist nach seiner Erfahrung deutschlandweit führend und in vielen Regionen leider alles andere als selbstverständlich. Seine Gemeinde spielt eine große Rolle bei der Integration von Geflüchteten. Auch hier gilt es, Kulturen zusammenzubringen und gleichzeitig eigenes bestehen zu lassen.

Unterschiedliche Weltanschauungen

„Was können Menschen mit unterschiedlichem Glauben oder Weltanschauungen voneinander und von den Kirchen lernen?“, fragt Stephan Hoenen, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Magdeburg. Neben der Sinnsuche, sind es oft auch die besonderen Räume für Begegnung und kirchliche Feiern, die verschiedene Menschen anziehen. Aber auch die selbstverständliche, kontinuierliche Auseinandersetzung mit ethischen Fragen. Räume für überkonfessionelle Begegnung will auch Prof. Dr. Dölken OPraem, Prior des Prämonstratenserkonvents schaffen. Am Wallonerberg soll ein ökumenisches Zentrum entstehen, das allen Magdeburgerinnen und Magdeburgern zugänglich sein wird. Öffentliche Räume weiterzuentwickeln kann auch für Magdeburg 2025 fruchtbar sein.

Für Atheisten in der Runde sind Werte, Ethik und Moral genauso wie Rituale und besondere Orte ebenfalls wichtige Aspekte. „Kultur hat immer mit Weltanschauung zu tun. Deshalb ist die Wertediskussion zentrales Thema in vielen Seminaren über Kultur und Philosophie an der Uni Magdeburg“, betont Prof. Dr. Eva Schürmann von der OVGU.

Alle Anwesenden betonten, an künftigen Projekten mitarbeiten zu wollen, seien es Dialoge im Stadtraum oder gemeinsame Veranstaltungen. „Ein gelungener Einsatz“, betont Tamás Szalay, Leiter des Bewerbungsbüros. Für ihn schloss sich der Kreis beim öffentlichen Auftakt zu diesem Thema. Wertediskussionen und die Integration von verschiedensten Kulturen stehen im Mittelpunkt vieler Projekte die es zu entwickeln gilt.

Kulturgespräch #MD2025 am 13. November 2018 zum Thema Weltanschauung. Religion. Werte. Kultur. (c)Matthias Sasse

Kulturgespräch #MD2025 am 13. November 2018 zum Thema Weltanschauung. Religion. Werte. Kultur. (c)Matthias Sasse

Kulturgespräch #MD2025 am 13. November 2018 zum Thema Weltanschauung. Religion. Werte. Kultur. (c)Matthias Sasse

Kulturgespräch #MD2025 am 13. November 2018 zum Thema Weltanschauung. Religion. Werte. Kultur. (c)Matthias Sasse

Kulturgespräch #MD2025 am 13. November 2018 zum Thema Weltanschauung. Religion. Werte. Kultur. (c)Matthias Sasse

Kulturgespräch #MD2025 am 13. November 2018 zum Thema Weltanschauung. Religion. Werte. Kultur. (c)Matthias Sasse

Kulturgespräch #MD2025 am 13. November 2018 zum Thema Weltanschauung. Religion. Werte. Kultur. (c)Matthias Sasse

Kulturgespräch #MD2025 am 13. November 2018 zum Thema Weltanschauung. Religion. Werte. Kultur. (c)Matthias Sasse