Wie weltoffen ist Magdeburg?

Die internationale Seite Magdeburgs

Japan, Syrien, Bulgarien, Kenia, Vietnam, Indonesien und Indien – diese Aufzählung könnte beliebig fortgesetzt werden und drückt nur einen Bruchteil der Nationen aus, die auch in Magdeburg vertreten sind.

Zugegeben: Beim Schlendern durch die Innenstadt begegnet man ihnen eher selten. Wer nach Magdeburg kommt, hat nicht unbedingt das Gefühl, in einer internationalen Stadt gelandet zu sein. Und doch sind sie da. Die Menschen verschiedener Nationen sichtbarer zu machen, Magdeburg auch als europäische, ja weltoffene Stadt zu zeigen, das ist eines der großen Ziele der Kulturhauptstadt-Bewerbung.

Dass genügend Potential in der Stadt steckt, zeigte auf beeindruckende Weise das Fest der Kulturen, das die Otto-von-Guericke-Universität in der vergangenen Woche organisierte. Knapp zwanzig Prozent der rund 14.000 Studierenden der Universität kommen aus anderen Ländern. Beim Fest der Kulturen wurden sie zu den Gastgebern: Im Innenhof der Festung Mark luden sie die interessierten Besucher ein, an über 25 Ständen länderspezifische Geheimrezepte zu verköstigen, ins Gespräch zu kommen oder das abwechslungsreiche Bühnenprogramm zu bestaunen. Es getanzt, gesungen, getrommelt, Gitarre gespielt – und das natürlich ganz international. Na, geht doch.

Das Kulturhauptstadt-Büro nahm das Fest der Kulturen zum Anlass für eine kleine Feldstudie. Gemeinsam mit dem Medienzentrum der Universität Magdeburg befragte es Studierende verschiedenster Nationen über ihr Leben in Magdeburg. Der dabei entstandene Film wird im Rahmen der Kulturnacht am 22. September im KUBUS 2025, hinter dem Kloster Unser Lieben Frauen, zu erleben sein. Ein paar Eindrücke von Studierenden aus aller Welt sollen an dieser Stelle bereits einen kleinen Vorgeschmack bieten:

Wie erlebst du die Stadt?

Yamen Bazzi, 22 Jahre alt aus Syrien:

Auf den ersten Blick könnte man denken, dass Magdeburg langweilig ist, weil die Stadt relativ klein ist. Aber ich mag Magdeburg, weil es eine kleine, aber feine Stadt ist, die mich als Mensch und Student aufgenommen und akzeptiert hat. Meine Freunde und meine Familie leben hier, Magdeburg ist ein zweites Zuhause für mich.

Und warum ist deine Kultur wichtig für Magdeburg?

Wir haben viele Menschen, die als Geflüchtete nach Deutschland gekommen sind, nicht nur Studenten, sondern auch Doktoren. Wir können der deutschen Kultur und Gesellschaft damit helfen. Es sind nur Vorteile für beide Seiten.

Wie fühlst du dich außerhalb der Universität? Wie begegnen dir die Menschen?

Wanyamu, 27 Jahre alt aus Kenia:

Die Menschen hier in Magdeburg sind sehr offen und nett. Bevor ich nach Deutschland kam, hieß es immer: „Du gehst in den Osten Deutschlands, da ist es gefährlich.” Ich finde aber, das stimmt nicht. Ich war überrascht, dass die Menschen hier sind freundlich und gerade die jungen Leute sind sehr aufgeschlossen.

Denkst du, dass Magdeburg etwas von deiner Kultur lernen kann?

Sizilia Akitop, 24 Jahre alt aus Indonesien:

In Indonesien sind die Menschen sehr herzlich. Manchmal fehlt das in Magdeburg, die Leute hier können in dem Fall von meiner Kultur lernen. 

Warum ist das internationale Flair wichtig für diese Stadt?

Felizia, 22 Jahre alt aus Deutschland:

Für die Stadt ist es sehr wichtig, verschiedene Kulturen zu haben. An der Universität gibt es so viele junge Menschen. Dieser interkulturelle Austausch, auch an der Uni, ist gerade in so einem jungen Alter sehr wichtig, denn so kann der Blick über den Tellerrand hinausgehen.

Die Feldstudie hat ergeben: Magdeburg ist durchaus weltoffen und keine schlechte Adresse für Menschen anderer Nationen – ein Pfund, mit dem wir wuchern können. Ein Schwerpunktthema der Bewerbung trägt bereits den Titel „Colours – Vielfalt“ und wird sich im Detail mit den verschiedenen Gesichtern Magdeburgs auseinandersetzen: den alten, jungen, gesunden, kranken, zufriedenen, unzufriedenen, deutschen, europäischen und internationalen. Das Kulturhauptstadt-Projekt soll sie zusammenbringen: durch Nachbarschaftsprojekte, durch Kooperationen mit internationalen Künstlern, durch das gezielte Miteinander von Deutschen und nicht Deutschen – und durch zahlreiche Gäste, welche unsere internationale Stadt im Jahre 2025 besuchen werden.

Infokasten

Wie wäre es, wenn Magdeburg 2025 tatsächlich Kulturhauptstadt Europas wäre? Wie würde es sich anfühlen, in einer weltoffenen, vielseitigen und kreativen Stadt gemeinsame Sache zu machen und miteinander zu feiern? Gemeinsam mit internationalen Studierenden aus aller Welt, ihren Lieblingsessen, ihren Tänzen, ihren Songs und ihren Geschichten veranstalten das Bewerbungsbüro Magdeburg 2025 während der Kulturnacht am 22. September ein buntes und internationales Fest. 

Zu jeder vollen Stunde startet ein neuer Programmpunkt – gestaltet von internationalen Studenten des IKUS der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Nähere Infos dazu in Kürze.

Fest der Kulturen 2018 (c)Harald Krieg

Fest der Kulturen 2018 (c)Harald Krieg

Fest der Kulturen 2018 (c)Harald Krieg

Fest der Kulturen (c)Harald Krieg

Fest der Kulturen (c)Harald Krieg

Fest der Kulturen (c)Felix Paulin

Fest der Kulturen (c)Felix Paulin